Kurzmitteilung

Gläubige halten Lehre der Kirche zur Familie für „weltfremd“

Eine starke Differenz zwischen kirchlicher Lehre und dem Leben der Katholiken hat das Erzbistum Köln bei einer Befragung von engagierten Gläubigen festgestellt.

Die „Zusammenschau der Stellungnahmen aus den Kreis- und Stadtdekanaten und den kirchlichen Verbänden im Erzbistum Köln auf den Fragebogen zur Vorbereitung der Außerordentlichen Bischofssynode in Rom 2014 zu den pastoralen Herausforderungen der Familie “ (23 Seite) können  Sie hier ausdrucken.

Die Gläubigen waren über den Diözesanrat und die Stadt- und Kreisdechanten zur Teilnahme an der von Papst Franziskus angeregten Befragung für die außerordentliche Bischofssynode in Rom eingeladen worden. Das Ergebnis wurde jetzt vom Erzbistum Köln mit dem Hinweis veröffentlicht:  „Die Rückmeldungen sind zu verstehen als Wahrnehmung der Befragten. Sie sind kein Abstimmungsergebnis über bestimmte inhaltliche Fragen noch die Meinung des Erzbischofs“.

In neun Abschnitten werden in dem Dokument die Antworten auf die Fragen des Vatikans zur Vorbereitung der Synode dargestellt. „Insgesamt wird die Lehre der Kirche als welt- und beziehungsfremd angesehen“, lautet eine Zusammenfassung zur Frage nach der Lehre der Kirche im Bezug auf die Familie.

Von der Kirche erwarten die Befragten überwiegend Begleitung: „Aus vielen Antworten geht hervor, dass die wertschätzende Annahme und das Angebot der Begleitung in schwierigen Lebenssituationen, aus dem Kern der christlichen Botschaft abgeleitet, maßgeblich zur Glaubwürdigkeit von Kirchen beitragen und oft als Sehnsucht hinter konkreten Anfragen steht“. Bei Eltern ist eine zunehmende „Sprachlosigkeit im Bezug auf den eigenen Glauben und die Vermittlung an die nachfolgende Generation“ festzustellen.

4 Antworten zu “Gläubige halten Lehre der Kirche zur Familie für „weltfremd“

  1. Wenn wir heute viele gescheiterte Ehen und Familien sehen vereint mit einer zunehmenden Bindungsunwilligkeit, einem deutlichen Rückgang der Geburtenrate und einem zunehmend ichzentrierten Denkverhalten, so ist es doch nicht nur die Aufgabe der Christen, dieses Prozess seelsorgerisch zu begleiten, sondern ihm entgegenzuwirken. Dass es heute soweit gekommen ist, ist vielleicht schon als ein großes Versagen des Christentums anzusehen. Das Christentum gewinnt nicht, wenn es sich möglichst konfliktschonend an den Zeitgeist anpasst; es gewinnt auch nicht, wenn es stur irgendwelche Dogmen vertritt, sondern es gewinnt, wenn es sich in der heutigen Zeit mit seinen Inhalten verständlich machen und überzeugen kann. Und dass die menschliche Sexualität vom Grundsatz her auf Fortpflanzung ausgerichtet ist und die Entscheidung für Kinder eine gewaltige Herausforderung für ein Paar darstellt, die man – Im Interesse der Kinder -. eigentlich nur vor der Hintergrund eines gegenseitigen langfristigen Treueversprechen auf sich nehmen kann, kann man auch heute noch gut begründen.

    Was für eine positive Einstellung zu Ehe und Familie nötig ist, ist Freude. Freude, über das Geschenk des eigenen Lebens, das zur Liebe führt und damit verbunden den Wunsch, dieses Geschenk und diese Freude an andere weiterzugeben. Was gibt es für den Menschen Größeres als einem Kind ein schönes Leben zu schenken? Hat vielleicht die Krise von Ehe und Familie etwas mit einem Mangel an wirklicher Lebensfreude zu tun? Ist unsere Welt heute so wenig freudvoll? Dann sollten wir Christen schleunigst etwas daran ändern, denn wir Christen sind doch gewissermaßen für die Freude zuständig. Es ist schön, dass Papst Franziskus die Freude ins Zentrum seines ersten Apostolischen Schreibens „Evangelii gaudium“ gestellt hat. Daran sollten wir anknüpfen.

  2. Das Fazit aus den Antworten zu den Fragen von Papst Franziskus kann eigentlich Niemandenüberraschen.
    Die Strukturen und die Amtssprache der Römisch-Katholischen Kirche entsprechen ja noch weitgehend den gesellschaftlichen Verhätnissen des 19. und teilweise des 18. Jahrhunderts Es bleibt die Hoffnung, dass die Anstöße des neuen Bischofs von Rom die verkrusteten Strukturen der Institution Römisch-Katholische Kirche aufbrechen und die Amtsträger dazu bewegt, allen Menschen die Frohbotschaft des Evangeliums zu verkünden und nicht immer wieder vor der „Peitsche“ aus Rom (zuletzt geschwungen von G.L.Müller gegen den Bischof von Freiburg) das Genick einzuziehen. Das CIC ist ja nicht das Evangelium!

    • Sicherlich sind die Antworten nicht überraschend. Glaubenswissen, vor allen Dinge das Wissen über den eigenen katholischen Glauben tendiert gegen 0! Somit weiß der „normale Katholik“ rein gar nichts mehr von der katholischen Lehre, die übrigens nicht zeitgebunden ist, sondern zeitlose Glaubenswahrheiten vermittelt. Die Kirche ist an dieser Entwicklung zu größten Teil selber Schuld. Wer hat in den letzten Jahren über die Notwendigkeit des Beichtsakramentes gepredigt? Wer hat das Mysterium der Eucharistie in der Katechese unverkürzt vermittelt? Predigten wurden zu schönen Geschichte, bei denen man nicht anecken will und an vielen Stellen der katholischen Kirche wurden in den letzten Jahrzehnten unbequeme Dinge nicht mehr zur Sprache gebracht. Machen wir uns doch nichts vor, die deutsche Kirche befindet sich mitten in einem Schisma!
      Auf der einen Seite die Progressiven, die von einem deutschen Sonderwege träumen. Eine Wellness-Kirche nach protestantischen Muster, mit offenen Türen für jeden Windhauch des Zeitgeistes. Frauenordination, Sakramente zum Schleuderpreis, Nivilierung des Ehesakramentes und andere „Errungenschaften“, die mit Begriff „katholisch“ nun wirklich nichts zu tun haben. Und auf der anderen Seite der junge Klerus und die Diakone, die Tradition bewahren möchten, aber ohne eine „Elfenbeinmentalität“, die dieser Fraktion ja oft vorgeworfen wird, Das sind die beiden Lagern innerhalb der Kirche. Aber Vorsicht, auch wenn die „Progressiven“ versuchen Papst Franziskus vor ihren „Karren“ zu spannen. Der Papst hat eine ganz anderer Theologie im Sinn. Der Papst schaut auf die Urkraft der Kirche – die Caritas, den eigentlichen Grundvollzug ,der Liebe zum Nächsten! Das hat nichts mit den „Wolken-Kukucksheimen“ der angeblichen so fortschrittlichen „Kirchensanierer“ zu tun!

  3. Was soll an diesen Ergebnissen überraschen? Die deutschen Katholiken kennen ihren Glauben nicht mehr, alles scheint gleich- gültig und unterschiedslos zu sein. Diese Symptome sind nicht etwa Schuld des 2. Vaticanums, sondern liegen im Wesentlichen an den „Verkündern“ innerhalb der Kirche. Predigten -wurden schöne Geschichten, ohne Tiefpunkt und ohne Reibungsflächen. Katechesen klammerten unbequeme Dinge aus. Selbst die Heilige Messe (g.dem Konzil Quelle und Höhepunkt des ganzen kirchlichen Lebens )wurde marginalisiert. Der Glaube an die Realpräsenz? Originalton einer „Katholikin „: Das ist doch nur symbolisch“!
    Originalton einer Gemeindereferentin, die eine sonntägliche Wortgottesfeier bevorzugt: “ Das bisschen Wandlung“! . So wurde die katholischen Kirche in den vergangenen Jahrzehnten geradezu von Innen ausgehöhlt. Sie ist letztlich nur noch als äußeren „Hülle“ vorhanden. Gespalten zwischen einem progressiven 68`Klerus ( der den derzeitigen Zustand mit zu verantworten hat) und den Konservativen, die sich manchmal an die „schöne“ heile katholische Welt, vor dem Konzil klammern. Umgeben von Bischöfen, die den Eindruck machen, im Grunde wohl eher Politiker zu sein, die bloß nirgends anecken wollen und sich im Zweifel doch lieber dem derzeitigen Zeitgeist nähern. Gesellschaftlicher „Beifall“ wichtiger als die unverkürzte Verkündigung???
    Es geht doch schließlich eventuell um den Vorsitz der Bischofskonferenz oder um vakante Bischofsstühle, da braucht man eine gute Presse!
    Wie soll das weitergehen?
    .

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