Kurzmitteilung

Hoffnung auf den neuen Papst Franziskus

kreuz-und-quer-Herausgeber Alois Glück sieht in der Wahl von Papst Franziskus ein Signal der Hoffnung und auch in der Namenswahl ein bewusstes Zeichen.

Unser Mitherausgeber Alois Glück hat als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Papst Franziskus I. zu seiner Wahl gratuliert und ihm Gottes Segen für seinen Dienst in Kirche und Welt gewünscht.

„Über Ihre Wahl durch die im Konklave versammelten Kardinäle habe ich mich von Herzen gefreut“, so Alois Glück. „ Gerne werden wir Ihren Wunsch erfüllen und Gott um Kraft und Segen für Ihr neues Amt bitten.“

Glück dankte dem Heiligen Vater für die bescheidene und geschwisterliche Begrüßung der Gläubigen, die in aller Welt voll Erwartung nach Rom schauten. „Mit der Wahl Ihres Namens haben Sie ein Zeichen gesetzt für die Nähe zu den Armen und Bedrängten, zu den Menschen, die auf der Suche nach Gott sind.“

Die Wahl eines Papstes aus Lateinamerika macht nach Ansicht des ZdK-Präsidenten deutlich, dass Europa nicht länger der Mittelpunkt der katholischen Kirche ist. „Sie würdigt gerade auch das Zeugnis vieler Christen in Lateinamerika, die ihrem Glauben in schwierigen Zeiten und unter schwierigen Bedingungen treu geblieben sind und treu bleiben und die sich damit in die Nachfolge Christi stellen.“

Glück versicherte dem Heiligen Vater, dass die deutschen Katholiken ihn mit aller Kraft bei der Verkündigung der frohen Botschaft Jesu Christi und bei der Gestaltung einer von der Nächstenliebe geprägten Welt unterstützen wollen.

4 Antworten zu “Hoffnung auf den neuen Papst Franziskus

  1. Papst Franziskus hat in mir die koginitive Dissonanz beseitigt zwischen der Schrift und dem Leben der Christen, wie ich es beobachte. Ich habe nicht verstanden, warum die Christenheit sich auf Jesus und das neue Evangelium bezieht, gleichzeitig aber trotz des klaren Wortes und der Aufforderung „Ihr sollt eins sein“ die Trennung der Kirche toleriert und vor allem aber das auch 2000 Jahre nach Christus noch weltweite existierende Unrecht zum Thema Besitz und Ressourcen einfach akzeptiert und mitlebt, ohne ständig und dauerhaft zu protestieren und die bestehenden Besitz- und Rechteverhältnisse umgehend zu ändern.

    Jedes Jahr ein Hungerholocaust, täglich 37000 Hungertote, und alle machen mit Es wird netterweise gesammelt und gespendet, anstatt die Ursachen zu verändern. Spenden kaschieren die Ungerechtigkeit, helfen uns lediglich, unser Gewissen etwas zu entlasten. Dem Einzelnen, den die Spende erreicht, hilft es natürlich. Mehr würde es helfen, wenn jeder gleichmäßig Zugang zu Nahrung aus eigenem Recht heraus hätte. Hier kommen für mich Religion und Politik zusammen.

    Dass Franziskus dies als erstes anprangert und uns damit zur wichtigsten Botschaft Jesu Christi zurückführt, gibt mir Glauben an die Gemeinschaft der Christen zurück. Erst wenn alle Menschen genug zum Leben haben, ist der wichtigste Dienst der Nächstenliebe getan. Jean Ziegler, lange Jahre Sonderberichterstatter der Uno für das Recht auf Nahrung sagt ganz klar: „Tod durch Hunger ist Mord“. Er muss es wissen. Der Uno-Welternährungsbericht 2011 besagt, dass die Landwirtschaft problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Wir als Mensch- und Christenheit verstoßen dauerhaft gegen das Gebot „Du sollst nicht töten.“, solange es noch Hungertod gibt. Ist jedem das bewusst? Mord ist für mich die schlimmste aller Sünden, weil eine Wiedergutmachung wirklich nicht möglich ist.

    Franziskus fordert uns hier auf, endlich den „A…“ hochzukriegen und umzukehren. Die Christenheit ist die größte menschliche Gemeinschaft die es gibt. Sie KANN allein mittels Masse (ca. 1/3 der Menschheit), Bewusstsein, Konsens und Handlungsbereitschaft dieses Unrecht von jetzt auf gleich verändern und ganz neue Eigentumsverhältnisse herstellen, wenn sie sich dessen bewusst wird und an einem Strang zieht und sich nicht mit innerer Uneinigkeit vom wirklich Wichtigen abbringen lässt, nämlich diese globale Sünde zu beenden.(Wer hat denn hier ein Interesse am „Divide et tempera“? Die andere Seite, nicht Gott.) Dass Reichtum noch toleriert wird, d. h. Besitz über den eigenen Bedarf hinaus, solange andere nicht haben, das ist unser Problem, nicht die Armut. Die ist eine Folge von Reichtum und dessen Legalisierung. Hier zeigt sich für mich die allerwichtigste politische Aufgabe des Christseins,

    Franz von Assisi hat den Auftrag von Gott bekommen „Baue meine Kirche wieder auf“. Franziskus kann dieses weiterführen, indem er uns nicht mehr auf dem alten Denken verweilen lässt und uns aufweckt und unser gelebtes Unrecht im Bewusstsein ankommt. Ich wünsche es der Welt. Franziskus kann auch vielen Nicht-Gläubigen wieder Lust auf Kirche machen, die wahrscheinlich auch die gleiche kognitive Dissonanz haben wie ich zwischen den Worten Jesu Christi und dem Handeln der Christen. Er macht Christsein an prominentester Stelle durch seine Themen und seine gelebte Bescheidenheit für mich wieder glaubwürdig. Hier habe ich wahrlich Hoffnung.

  2. Während einer Pilgerreise durch Südamerika lernte ich in Paraguay eine aus Argentinien stammende Familie kennen, die während der Militärdiktatur geflohen war. Wer sich zu deutlich gegen die Machthaber stellte, musste mit dem Tode rechnen. So wie in Deutschland während des Naziregimes hatte es keinen Sinn, wegen inhaftierten Geistlichen zu protestieren. Dazu mit heutigen Maßstäben zu messen, ist nach wie vor ungerecht.

  3. Gottes Segen für den neuen Papst und die nötige Kraft, die mit der Namenswahl „Franziskus“ verbundene Verpflichtung des Eintretens für die Schwachen und Benachteiligten dieser Welt auch tatsächlich zu erfüllen!

    Außerdem wünsche ich Papst Franziskus die Einsicht und das notwendige Durchsetzungsvermögen für die nötigen Reformen, vor allem aber für ethische Neuorientierungen in christlicher Verantwortung, so dass das Wort Gottes in diese Welt auch als Orientierungsmaßstab wirken kann in einer Gesellschaft, die traditionelle Werte keineswegs ungeprüft akzeptiert.

    Als überzeugter Protestant habe ich übrigens im medialen Umfeld des „Weltereignisses“ der Papstwahl die nur am Rande erwähnte Frage der Ökumene kaum vermisst. Denn das ist m. E. auch weder erstaunlich noch bedauerlich; denn die so euphorisch erhobene Forderung nach „organisatorischer Einheit der Kirche jetzt“ im Jahrzehnt der Reformatkion (Ökumene jetzt: ein Glaube, eine Kirche, Erstveröffentlichung am 22. 1. 2010, N. Lammert u. G. Hagmann) würde ja bedeuten, einerseits der kath. Kirche den Verzicht auf das Papsttum und deren lange, auch kulturell bedeutsame Geschichte zuzumuten, andererseits der ev. Kirche zuzumuten, ihre prinzipiell demokratische Verfassung aufzugeben und die Wiedereingliederung („redintegratio“, II: VAT: kONZIL) unter die hierarchische Struktur der katholischen Kirche zu akzeptieren (der jüngste Versuch von kath. Seite, der ev. Kirche deren Status als solcher abzuerkennen, weist in eine solche Richtung.)

    M. E. sollte weiterhin auf gemeindlicher Ebene die schon vielfach erprobte Möglichkeit ökumunischen Zusammenwirkens gepflegt werden und versucht werden theologische Hürden (z. B. Abendmahl) zu überwinden und die organisatorische Vielfalt mit ihren Möglichkeiten erhalten bleiben. Ich denke da nicht zuletzt auch dankbar an die „Weltläufigkeit der katholischen Kirche“ (H. Küng), die ich als gläubiger Christ im Ausland erfahren konnte.

  4. Ich wünsche diesem sehr gewinnend und sympathisch auftretenden Papst, dass die laufende Anzeige wegen Kungelei mit den Generälen während der Militärdiktatur seine Unschuld geweist

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