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Eine Antwort zu “Publikationsregeln

  1. Dr. Gerhard Steigerwald, Liebermannstrasse 1, 72622 Nürtingen

    Will Papst Franziskus die verhärteten Positionen im ökumenischen Ringen aufbrechen?

    Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man Tun und Reden von Papst Franziskus bei seinem Besuch der lutherischen Gemeinde in Rom näher betrachtet.
    Für einen Papst geschieht da unerhört Neues, wenn nicht sogar Revolutionäres. Das beginnt schon mit seinem Gastgeschenk: Einer lutherischen Gemeinde einen Messkelch mit Patene zu schenken, kann doch zum Ausdruck bringen: Ich sehe viel Gemeinsamkeit zwischen uns und Euch, wenn Ihr das Abendmahl feiert: Ich glaube“, sagt der Papst, „Wenn wir gemeinsam das Herrenmahl feiern, erinnern und vergegenwärtigen wir, tun wir dasselbe, was der Herr Jesus getan hat“. Das bedeutet doch: Nach dem Urteil des Papstes ist beim lutherischen Abendmahl der Herr wirklich gegenwärtig mit seinem Fleisch und seinem Blut. Das hat bisher die katholische Glaubenslehre noch nie anerkannt, erst recht kein Papst. Zum Thema des Abendmahls schneidet Franziskus ein weiteres Problem an, den Kommunionempfang. :Papst Johannes Paul II. lässt in seinem Weltrundschreiben über die Eucharistie (Nr. 46) unter den nichtkatholischen Christen nur diejenigen zur Hl. Kommunion zu, die die katholische Lehre von der Eucharistie sowie den geweihten Priester als Voraussetzung zu ihrer gültigen Feier anerkennen. Für Papst Franziskus scheint dazu der gemeinsame Glaube an Jesus Christus den Herrn und die Taufe hinreichend zu sein. Er sagt: „Haben wir denn nicht dieselbe Taufe? Und wenn wir dieselbe Taufe haben, dann müssen wir zusammen gehen“. Im Gegensatz zu Papst Johannes Paul II. will Franziskus für diesen Weg keine Vorschriften machen. Vielmehr ermutigt er dazu, sich nach seinem Gewissen zu richten. Ist das nicht revolutionär für das Glaubensleben der Katholiken? Das Gewissen scheint den Vorrang vor dem Lehramt der Kirche zu bekommen. Noch zu einem weiteren Problem äußert sich der Papst: Seit den ersten Jahrhunderten der Kirche ist die Einigung in fundamentalen Glaubenslehren zwischen getrennten christlichen Konfessionen die entscheidende Voraussetzung für die gemeinsame Feier und den gemeinsamen Empfang der Eucharistie. Aus diesem Grund verbietet das Lehramt der katholischen Kirche uns Katholiken ausdrücklich, das evangelische Abendmahl zu empfangen. Papst Franziskus stellt aber die Frage: Ist die gemeinsame Feier des Abendmahls des Herrn das Ende eines Weges oder ist es die Wegzehrung für das gemeinsame Vorgehen? Franziskus öffnet sich also auch der Möglichkeit, wie sie von protestantischen Theologen vorgetragen wird: in der Hl. Kommunion eine stärkende Speise auf dem Weg zur Einheit im Glauben zu sehen. Darf also das Abendmahl auf dem Weg zur Einheit gemeinsam zur Stärkung schon vor der endgültigen Einheit im Glauben gefeiert werden? Das wäre seit dem 4. Jahrhundert, also seit über 1500 Jahren Kirchengeschichte, eine Neuorientierung.
    Auch die entscheidende Frage packt Franziskus an: Wie soll die Einheit der Kirchen einmal aussehen?. Auch diese Antwort ist wohl eine Sensation: Papst Franziskus übernimmt als Ziel für die Einheit der getrennten Kirchen ausdrücklich eine protestantische Zielbestimmung: die Einheit in der versöhnten Verschiedenheit. Diese Zielvorgabe hat bisher weder ein Papst noch ein Konzil noch irgendeine katholische Synode anerkannt und übernommen. Da kommt die Möglichkeit der Anerkennung von Verschiedenheiten nicht vor. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil verläuft der Weg zur Einheit über die katholischen Elemente bei den nichtkatholischen Kirchen und Gemeinschaften, wobei die eine Kirche Christi sich in der katholischen Kirche verwirklicht. Das wichtigste Problem in diesem Zusammenhang ist jedoch die Frage: Wie maßgeblich sind diese Aussagen des Papstes Franziskus für das ökumenische Bemühen? Franziskus sagt ausdrücklich, ihm stehe es nicht zu, den Christen die nicht zur katholischen Kirche gehören, den Empfang der Eucharistie in der katholischen Kirche zu erlauben. Das verwundert zunächst. Man meint doch, das Wort des Papstes gelte verbindlich für die ganze Kirche. Das ist aber nur dann der Fall, wenn der Papst ausdrücklich die ganze Kirche zu seiner Lehre verpflichten will. Das ist in den letzten 100 Jahren nur einmal, 1950 durch Papst Pius XII. geschehen bei der Verkündung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.. Die obigen Stellungnahmen von Papst Franziskus sind nicht unfehlbar und daher im dogmatischen Sinn auch nicht verbindlich. Deswegen kann ihnen widersprochen werden. Doch als Worte eines Papstes haben sie in der katholischen Kirche ein schweres Gewicht. Seit Jahren stagniert die ökumenische Bewegung, weil keine Seite von ihren „unaufgebbaren“ Positionen loskommt. Man weiß nicht weiter und jetzt geschieht der Durchbruch durch den Papst persönlich, indem er sich protestantischen Positionen annähert, ja sie übernimmt. Darf man das nicht eine Revolution nennen?

    Dr. Gerhard Steigerwald, 72622 Nürtingen

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